Jussi - in memoriam
Jussi
Am 4. Januar 2018 jährte sich zum achten Mal die Nacht, die Justus und unser Leben von Grund auf verändert hat. Auf einer Party stürzte Justus über ein Treppengeländer zwei Stockwerke tief mit dem Kopf auf Marmorboden. Entgegen allen ärztlichen Prognosen überlebte er den 4. Januar 2010 und auch alle weiteren Krisensituationen.
 
Vor seinem Unfall hatte Justus viele Interessen. Er war sehr sportlich und spielte leidenschatlich gerne Fußball. Mit großem Stolz hatte er erst vor kurzem seinen Führerschein bestanden. Er freute sich auf sein Leben und schmiedete eifrig Pläne für seine Zukunft.
Den Domainnamen für diese Webseite, "Just22", haben wir von der E-Mail-Adresse abgeleitet, die Justus verwendete. Mit 22 Jahren, so waren seine Pläne, wollte er gerne heiraten.
 
Justus ist „Wachkomapatient“, d.h., er hat Schlafphasen und „Wachphasen“, in denen er die Augen offen hat. Wir wissen nicht, ob oder was er sehen kann. Seine Atmung verändert sich, wenn er angesprochen wird, manchmal bewegt er den rechten Daumen und die Augenlider auf Anweisung. Wir sind sicher, dass er vieles mitbekommt.
Er bekam einen Luftröhrenschnitt, durch den er atmet, sowie eine Magensonde, durch die er ernährt wird. Starke Spasmen in Armen, Händen und Beinen erschweren die Pflege. Seine Haut ist sehr empfindlich und neigt zu Liegedruckgeschwüren.
 
Justus lebte 1 1/4 Jahre in einem Pflegeheim. Durch die Heimpflege hat sich sein Zustand relativ stabilisiert. Leider waren die Heimstrukturen nicht geeignet, ihm die individuelle Pflege und Förderung zukommen zu lassen, die es braucht, um seine vorhandenen Potentiale zu fördern. Nur ein sehr langsamer und behutsamer Umgang mit ihm macht es Justus möglich, sich auf Pflegevorgänge so einzulassen, dass sich sein Spasmus nicht verstärkt und er entspannt mit den Bewegungsabläufen mitgehen kann. Nur regelmäßige Bewegungen, viele Sinnesanreize und Kontakte zur Welt ermöglichen es dem Gehirn, neue Verknüpfungen herzustellen und zu lernen.
 
Eure Rückmeldungen auf unseren Aufruf haben uns Mut und Kraft geschenkt sowie die nötigen Mittel in Aussicht gestellt, um unser Vorhaben nun tatsächlich umzusetzen. Viele von Euch haben Brief, Mail oder Link weitergeleitet und andere Unterstützer gewonnen, einige haben mich emotional oder organisatorisch begleitet, andere boten Benefizveranstaltungen an oder alternative Heilmethoden und weiterführende Adressen, es kamen Mails und Briefe mit guten Worten und Wünschen. All das war und ist sehr bewegend. DANKE!!! Ihr seid nun ein Kreis von über 100 Menschen!
 
Unsere Evangelische Kirchengemeinde Oberkassel Dollendorf stellt das Konto zur Verfügung. Vielen Dank an die Gemeinde und die, die das ermöglicht haben.

In erster Linie werden von den Spendengeldern die Differenz zwischen Pflegekosten und Erstattung von Kostenträgern beglichen sowie nicht erstattete Therapien, Medikamente und Rehabilitationskosten getragen. 

Diese bisher so wichtigen Spenden braucht Justus nun nicht mehr. Aber andere Menschen in vergleichbaren Situationen sind weiterhin auf Unterstützung angewiesen.
Wir selber haben sehr viel Hilfestellung bekommen von Organisationen und Initiativen,
die bei ihrer Arbeit auch auf Spenden angewiesen sind.
In Justus Sinne bitten wir um Unterstützung dieser Initiativen:
 
 
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